Sitemap   Kontakt    


Start


Thema: Hydrologie > Grundlagen > Zukünftige Veränderungen

Grundlagen
Zukünftige Veränderungen


Hydrologie
Um das zukünftige Verhalten des Wasserhaushalts und die zukünftige Abflusssituation in Süddeutschland zu ermitteln, reicht es nicht, sich das Langzeitverhalten
( Hydrologie > Grundlagen > Langzeitverhalten ) der Vergangenheit anzuschauen und die Entwicklungsrichtung linear in die Zukunft zu verlängern. Zu komplex ist das Zusammenwirken von Klimakenngrößen und weiteren Gegebenheiten wie Geologie, Boden oder Landnutzung. Hierfür werden Wasserhaushaltsmodelle verwendet, welche diese Größen berücksichtigen können. Mit Wasserhaushaltsmodellen ist es möglich, die räumliche und zeitliche Verteilung wesentlicher Komponenten des Wasserhaushaltes wie Verdunstung, Versickerung, Wasserspeicherung und Abfluss zu berechnen. Mit ihrer Hilfe können die Auswirkungen von Veränderungen auf das Gesamtsystem „Wasserhaushalt" dargestellt und bewertet werden. Zur Ermittlung der Grundwasserneubildung werden ergänzende Bodenwasserhaushaltsmodelle eingesetzt. Weitere Infos hierzu finden Sie im Bereich Grundwasser
( Grundwasser > Bodenwasserhaushalt und Grundwasserneubildung aus Niederschlag ).
Die Wasserhaushaltsmodellierung schließt sich als letztes Glied an die Modellkette ( Klima > Grundlagen > Zukunft ) der regionalen Klimaprojektionen an. Deren Ergebnisse zur Entwicklung der Klimagrößen bilden die klimatischen Eingangsgrößen eines Wasserhaushaltsmodells. Die Gesamtheit der daraus resultierenden Aussagen zu Abfluss und Wasserhaushalt bezeichnet man als Abflussprojektion. Nicht immer sind die Eingangsgrößen aus einer regionalen Klimaprojektion absolut plausibel. Zuweilen müssen sie vor der Verwendung im Wasserhaushaltsmodell korrigiert werden. Dieses Verfahren, das auch in KLIWA angewendet wird, nennt sich „Bias-Korrektur“ oder „Bias-Adjustierung“.

Hydrologie

Abb.: Modellkette für Untersuchungen zum regionalen Klimawandel.
Auch hier ist nicht zu vergessen, dass mit jedem Glied der Modellkette Annahmen getroffen wurden, durch welche die Unsicherheit der Aussagen ansteigt. Wie auch bei der Betrachtung von Klimaprojektionen ( Klima > Grundlagen > Zukunft ) strebt KLIWA daher an, die Ergebnisse mehrerer Abflussprojektionen gemeinsam auszuwerten. Mit dieser so genannten Ensembletechnik lassen sich Entwicklungsrichtung und Bandbreiten in der Entwicklung des Wasserhaushalts belastbarer abschätzen. Als klimatischer Antrieb werden in den Wasserhaushaltsmodellen die in KLIWA betrachteten regionalen Klimaprojektionen genutzt.
Auch neuere Projektionen werden in den nächsten Jahren Gegenstand der Wasserhaushaltsmodellierungen in KLIWA sein. Diese neuen Ergebnisse werden in die Erarbeitung von Anpassungsmaßnahmen und Handlungsempfehlungen zum Beispiel für Niedrigwasser- oder Hochwasserverhältnisse eingehen.