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Thema: Hydrologie > Niedrigwasser > Zukünftige Veränderungen

Niedrigwasser
Zukünftige Veränderungen


Niedrigwasser der Altmühl

In KLIWA werden regelmäßig Abflussprojektionen mit aktuellen Klimaprojektionen durchgeführt. Dabei werden auch die Niedrigwasserabflüsse ausgewertet, um der Frage nach der zukünftigen Änderung durch den Klimawandel nachzugehen. Regionale Klimaprojektionen geben einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen. So wird sich die mittlere Jahrestemperatur je nach Region und Jahreszeit bis Mitte des 21. Jahrhunderts um weitere +1 °C bis +2 °C erhöhen. Die Niederschläge werden im Winterhalbjahr voraussichtlich weiter steigen, im Sommerhalbjahr jedoch deutlich stärker abnehmen als bisher in den Langzeitauswertungen für die Vergangenheit nachgewiesen. Entsprechend einer Auswertung zur Veränderung der Häufigkeit von Trockenwetterlagen in verschiedenen Klimaprojektionen (KLIWA-Heft 18), muss in Süddeutschland, insbesondere in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts, mit einem deutlichen zusätzlichen Anstieg der Trocken- und Niedrigwasserperioden im Sommer gerechnet werden.
Niedrigwasser

Abb.: Änderung des mittleren Niedrigwasserabflusses (MNQ) im hydrologischen Sommerhalbjahr (Mai–Oktober)
In Hinblick auf das gemeinsame KLIWA-Ensemble von Abflussprojektionen ( Hydrologie > Grundlagen > Zukunft ) für Süddeutschland ergeben sich im Sommerhalbjahr aufgrund des Klimawandels regional unterschiedliche Entwicklungen der Niedrigwassersituation. Exemplarisch an ausgewählten Pegeln dargestellt: Die Mehrzahl der Pegel tendiert zu schwachen Abnahmen der sommerlichen Niedrigwasserabflüsse bis etwa 15 %. Aber auch Pegel ohne eindeutige Änderungen oder vereinzelt auch schwache Abflusszunahmen sind möglich. In Regionen mit pluvial geprägtem Regime tritt das natürliche Abflussminimum im Spätsommer/ Herbst ein. Sie sind daher von einer vermehrten sommerlichen Trockenheit besonders betroffen. Im eher nival geprägten Alpenvorland (Abflussminimum im Winter) fallen die sommerlichen Abnahmen in die Zeit, in der aktuell die höchsten gemessenen mittleren Niedrigwasserabflüsse im Jahresverlauf auftreten. Diese Region erfährt daher tendenziell weniger starke Auswirkungen, einzelne Nutzungen können aber nichtsdestotrotz merklich beeinträchtigt sein.