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Thema: Hydrologie > Hochwasser > Langzeitverhalten (Vergangenheit)

Hochwasser
Langzeitverhalten (Vergangenheit)


Hochwasser

Abb.: © Bergwacht Penzberg

Die Hochwasserereignisse der jüngsten Vergangenheit, beispielsweise in den Jahren 2002 und 2013, sind noch gut in Erinnerung. Hier traten vielerorts in Deutschland neue Rekordstände an den Flüssen auf. Doch Hochwasser hat es immer gegeben und wird es auch weiter geben. Sie sind ein Teil des natürlichen Abflussverhaltens eines jeden Fließgewässers und können verschiedene Ursachen haben:

  • Hochwasser können durch "advektive", also langanhaltende, ergiebige Niederschläge entstehen und sind im Winter und Frühjahr oft mit der Schneeschmelze gekoppelt. Diese Hochwasser treten zumeist großräumig auf.
  • Auch kurze und lokale, aber heftige Schauer können Hochwasser hervorrufen. Diese auch "konvektive" Niederschläge genannten Wettersituationen treten vor allem im Sommer auf und sind oft verbunden mit lokalen Sturzfluten. Von diesen Ereignissen sind meist nur kleine Einzugsgebiete betroffen, wie die Starkregenereignisse in Süddeutschland im Mai/Juni 2016 zeigten.
Der Klimawandel ist seit Mitte der 1970er Jahre auch bei den Hochwasserabflüssen statistisch nachweisbar. Als repräsentative Datengrundlage dienen 115 Pegel in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz, deren Messdaten teilweise bereits ab 1932 vorliegen.
Betrachtet wurden:

  • das hydrologische Jahr (November bis Oktober),
  • das Winterhalbjahr (November bis April) und
  • das Sommerhalbjahr (Mai bis Oktober).
Hochwasser

Abb.: Lage der betrachteten Abflussmessstellen (115 Pegel) für Untersuchungen zum Trendverhalten der Hochwasserabflüsse in Baden-Württemberg (30), Bayern (60) und Rheinland-Pfalz (25).
In den KLIWA-Ländern ergeben sich für den Zeitraum 1932 bis 2015 folgende Änderungen:

  • Bei ca. 70 Prozent der Pegel stiegen die mittleren Hochwasserabflüsse, jedoch zum größten Teil nicht "signifikant".
  • Dies gilt in gleicher Weise auch für das hydrologische Winterhalbjahr (ca. 71 % der Pegel) und in abgeschwächter Form im Sommerhalbjahr (ca. 58 % der Pegel). Von den ermittelten Zunahmen sind allerdings nur 40 bis 50 Prozent der Trends signifikant.
  • In den letzten 15 Jahren haben sich die zunehmenden Trends abgeschwächt, es wurden insgesamt weniger und weniger signifikante Zunahmen nachgewiesen.
Die Betrachtung des Jahresgangs der monatlichen Abflusshöchstwerte zeigt, dass die Erhöhung im hydrologischen Winterhalbjahr weiterhin ausgeprägter ist, als im Sommerhalbjahr. Dies ist für einen Großteil der Gebiete Süddeutschlands auch die Jahreszeit, in der Hochwasser natürlicherweise häufig auftritt. Dementsprechend ist nach wie vor die Gefahr von Hochwasser in den meisten Gebieten Süddeutschlands im Winter am größten.

Hochwasser

Abb.: Lage der betrachteten Abflussmessstellen (115 Pegel) für Untersuchungen zum Trendverhalten der Hochwasserabflüsse in Baden-Württemberg (30), Bayern (60) und Rheinland-Pfalz (25).
Bei der Betrachtung der einzelnen KLIWA-Länder treten nur geringfügige Unterschiede in der Änderung der Hochwassersituation auf. In allen Ländern geht die Tendenz zu einer Verschärfung, vor allem im Winterhalbjahr. Allein in Rheinland-Pfalz deutet sich im Sommerhalbjahr eine Entspannung an. Dies lässt sich aber auch darauf zurückführen, dass die Zeitreihen in Rheinland-Pfalz erst einen späteren Messbeginn haben.

Ausführlichere Informationen finden Sie im Monitoringbericht 2016 sowie dem dazugehörigen Anhang für weitere Auswertungen zum Mittleren Abfluss.

Erste Auswertungen in KLIWA erfolgten zum Trendverhalten der Hochwasserabflüsse im KLIWA-Heft 2.


Methodische Grundlagen zur Betrachtung des Langzeitverhaltens in KLIWA finden Sie hier:

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