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KLIWA-Workshop "Extreme Hochwasser"


Erforderliche Konsequenzen aus der Klimaveränderung für die Hochwasservorsorge aus der Sicht des Planers

Referent: Prof. Dr.-Ing. Ruiz Rodriguez

Im Rahmen der Projektarbeit ist der Klimawandel immer häufiger ein von den Projektpartnern angesprochenes Thema. Aus der anfänglichen reinen Neugierde um ein interessantes wissenschaftliches Thema ist bei den von Hochwasser Betroffenen immer häufiger eine latente Befürchtung und Unsicherheit um ihre Existenz geworden.


Häufig gestellte Frage sind:

Reichen die gewählten/ geplanten Schutzgrade aus?
Welchen Bestand haben die realisierten Schutzgrade?

Überdenken der Hochwasserschutzstrategien?
Überprüfung der Hochwasserschutzgrade bzw. Hochwasserschutzhöhe

Die knappen Haushaltsmittel und die Erkenntnis, dass zu hohe Schutzgrade in Folge der vermeintlichen Sicherheit zu einer Erhöhung der Schadenspotentiale in hochwassergefährdeten Gebieten führen, haben in den letzen Jahren zu einem Umdenken in den Schutzstrategien geführt.

Der infrastrukturelle Hochwasserschutz (bauliche Hochwasserschutz) wird für einen noch akzeptablen niedrigen und wirtschaftlich begründeten Schutzgrad realisiert (HW 5 bis HW 50). Bei Ereignissen darüber hinaus greifen die Bauvorsorge, die Verhaltensvorsorge und die Risikovorsorge der Gemeinden und der Betroffenen.


Folgende Fakten dazu:

Aufgrund des Klimawandels und den dadurch erhöhten Niederschlägen werden die kleinen häufig wiederkehrenden Hochwasserereignisse vermehrt auftreten. Es verändert sich die Dichtefunktion und der Schadenserwartungswert [Euro/Jahr] steigt.

Ein höherer Schadenserwartungswert rechtfertigt höhere Investitionskosten und damit auch höhere Schutzgrade.

Hält man bei den heutigen Schutzhöhen fest, steigt die Anzahl der Überströmungen und damit die Höhe der Schäden bei den Betroffenen. Bestehende Anlagen werden über die Zeit rechnerisch wirtschaftlicher und könnten somit erweitert werden.


Fragen:

Sind die höheren Investitionskosten für die Gemeinden tragbar?
Ist Retentionsausgleich bei steigenden Schutzgraden realisierbar?
Sind höhere Schutzgrade gegenüber den Unterliegern zu rechtfertigen?
Sind höhere Schäden für die Betroffen noch tragbar?

Sind die bisherigen Schutzstrategien noch tragbar?

Führen die Diskussionen über Klimawandel/ Treibhauseffekt/ Klimakatastrophe zu Resignation bei Betroffenen?

Die Bauvorsorge und die Verhaltensvorsorge der Betroffenen sind im Hochwasserfall wichtige Beiträge zur Minderung der Hochwasserschäden.

Die in den Medien geführte Diskussion des Klimawandels und die Berichterstattung bei und während Extremereignissen führen zur Resignation der Betroffenen. Die daraus resultierenden Entscheidungen sind immer häufiger:

  • Aufgabe der Existenz
  • Leugnen/ Ignorieren der Gefahr
  • verschieben wichtiger Vorsorge -und Schutzmaßnahmen

Die Auswirkungen des Klimawandels müssen dringend unter Berücksichtigung der Kenntnisse der Betroffenen parametrisiert und quantifiziert werden.

Schäden aus Starkniederschlägen in den Mittelgebirgen

Immer häufiger werden von Gemeinden in den Mittelgebirgen Projekte des Hochwasserschutzes an uns herangetragen.

Die beklagten Schäden sind in der Regel:

  • Lokal begrenzt.

Die Schäden sind:

  • Erosionsschäden auf landwirtschaftlichen Flächen,
  • reine hydraulische Überlastung der Kanalnetze und
  • die hydraulische Überlastung der Kanalnetze in Verbindung mit den Stofftransport aus den erodierten landwirtschaftlichen Flächen.

Der Wunsch nach einer Dimensionierung/ Überprüfung der Kanalnetzkapazitäten unter Berücksichtigung des Klimawandels wird immer häufiger verlangt. Die Gemeinden wünschen Planungssicherheit für ihre Entwicklung. Der Einsatz oder Ansatz von max. Gebietsniederschläge führt zu Ergebnissen die schwer zu vermitteln sind.




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