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KLIWA-Workshop "Extreme Hochwasser"


Bemessungsgrundlagen für extreme Hochwasserabflüsse unter Berücksichtigung der Klimaänderung

Referent: Dr.-Ing. Jürgen Ihringer - Universität Karlsruhe

Das Institut für Wasserwirtschaft und Kulturtechnik der Universität Karlsruhe hat im Rahmen von KLIWA verschiedene umfangreiche Auswertungen über das Langzeitverhalten von Hochwasserabflüssen durchgeführt. Hierzu gehört vor allem die Langzeitstudie der Jahreshöchstwerte des Abflusses auf der Basis von bis zu 19 Pegeln aus Baden-Württemberg und Bayern. Aufgrund der Erkenntnisse aus der Studie erfolgten ergänzende Auswertungen über das Langzeitverhalten der Halbjahreshöchstwerte, des Abflussregimes bei Hochwasser und der Häufigkeit von Hochwasserereignissen sowie exemplarische an ausgewählten Pegel in Baden-Württemberg ein Vergleich des Langzeitverhaltens der Jahreshöchstwerte des Abflusses mit dem Verhalten der Jahreshöchstwerte des Niederschlags. Die wesentlichen Erkenntnisse aus diesen Studien sind:

Steigende, statistisch signifikante Trends sind an ca. 25% der Pegel sowohl bei der Jahres- als auch bei den Halbjahresauswertungen. Von großen steigenden Veränderungen sind insbesondere einige Einzugsgebiete im Ostbereich des Schwarzwald betroffen. Ein Vergleich ausgewählter Abflusszeitreihen mit den zugehörigen Niederschlagszeitreihen an einigen ausgewählten Pegeln in Baden-Württemberg zeigt ein sehr paralleles Verhalten. Diese ersten Erkenntnisse weisen darauf hin, dass die Veränderungen vorwiegend niederschlagsbedingt sind. Weiterhin ergeben die Analysen, dass die Häufigkeit von Hochwasserereignissen zugenommen hat, wobei diese Zunahme verstärkt entweder ab ca. 1965 oder ab ca. 1975 zu erkennen ist. Ursache hierfür sind vor allem kleinere Hochwasserereignisse, bei großen Ereignissen ist die Zunahme der Häufigkeit geringer.

Da sich diese Erkenntnisse sehr gut mit den Ergebnissen der Niederschlagsauswertungen decken, wird folgende weitere Vorgehensweise vorgeschlagen:

  1. Weitergehende Analysen, insbesondere flächendeckend für Baden-Württemberg und Bayern, des Zusammenhangs zwischen der zeitlichen Entwicklung der Niederschläge und der Abflüsse; bezogen auf die Höchstwerte und auf die Häufigkeit von Ereignissen

  2. Quantifizierung des Einflusses von Trends in den Zeitreihen auf die Extremwertstatistik bezogen auf die Ermittlung von Extremwerten, die bemessungsrelevant sind

  3. Übertragung der Erkenntnisse von Klimaszenarien auf Hochwasserabflüsse und Auswertungen sowie Bewertungen der Ergebnisse über die Methoden der Extremwertstatistik




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