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KLIWA-Workshop "Extreme Hochwasser"


KLIWA - Fachliche Einführung

Referentin: LRDin Hella Bartels - DWD, Offenbach

Die Untersuchung historischer Daten (i.a. 1931-2000) führt zu den folgenden Ergebnissen in Süddeutschland:

  • Es ist eine flächendeckende Zunahme der mittleren monatlichen bzw. jährlichen Lufttemperaturen (vor allem im Winter und in Tallagen) festzustellen. Diese tritt verstärkt seit den 90er Jahren auf.

  • Die Temperaturzunahme im Winter bedingt eine Abnahme der Schneedeckendauer und eine Änderung des Schneeschmelzverhaltens. Es gibt einen Rückgang der mittleren Anzahl von Tagen mit Schneedecke, der in tieferen Lagen (< 300 m ü. nn) ca. 30 % - 40 %, in mittleren Lagen (300 - 800 m ü: nn) ca. 10 % - 20 % beträgt. In hohen Lagen (> 800 m ü. NN) besteht z.T. die Tendenz einer leichten Zunahme der Schneedecken-Dauern.

  • Der Niederschlag nimmt sowohl im Gebietsmittel (33 Untersuchungsgebiete) als auch in den stationsbezogenen Starkniederschlägen regionsspezifisch im meteorologischen Winter und Frühjahr zu, so dass häufigere, länger anhaltende und intensivere Niederschläge auftreten. Im Sommer sind abnehmende Trends zu verzeichnen, so dass die Jahreswerte der Gebietsniederschläge weitestgehend gleichbleibend sind.

  • Bei den Großwetterlagen ergibt sich im Sommer eine Zunahme meridionaler Zirkulationsformen (Trog West- und Mitteleuropa), so dass auch zukünftig trockenere Sommer mit eventuell intensiveren Schauern möglich sind. Im Winter nehmen insbesondere die zyklonalen Westlagen zu.

  • Die Jahreshöchstabflüsse weisen für die sehr langen Zeitreihen (> 100 Jahre) beim überwiegenden Teil der Pegel keine signifikanten Veränderungen auf. Bei Betrachtung der letzten 30 Jahre zeigen sich allerdings für die Mehrzahl der Pegel zunehmende Trends. Insbesondere die Häufigkeit der Winterhochwasser im südlichen Baden-Württemberg hat in dieser Phase zugenommen. Auch die monatlichen Hochwasserabflüsse sind im hydrologischen Winterhalbjahr ab den 70er Jahren höher als zuvor.

Frau Bartels gibt anschließend einen Überblick über die Vorgaben für die drei bisher in KLIWA ausgewählten Verfahren zur Ermittlung der Klimaszenarien und erläutert die Verfahren mit ihren Vor- und Nachteilen. Die drei ausgewählten Verfahren sind:

  • das statistische Verfahren des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) mit der Lufttemperatur als Leitgröße,

  • das statistische Verfahren der Freien Universität Berlin bzw. der Firma Meteo-Research (MR) mit den Wetterlagen als Leitgrößen,

  • das dynamische Modell REMO des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg (MPI) mit dem Globalen Klimamodell ECHAM als Randwert-Input.

Aus der flächenhaften Auswertung der Klimaszenarien für Süddeutschland stellt Frau Bartels exemplarisch einige Ergebnisse vor.

Die Ergebnisse der Klimaszenarien werden zur Zeit vom AK KLIWA sowie dem Ing.-Büro Ludwig noch weiter analysiert und bewertet, bevor sie zum KLIWA-Symposium der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Nachdem nun die ersten Ergebnisse vorliegen, sind weitere Untersuchungen (z.B. zur Niederschlagsintensität) sowie Ursachenforschungen gemeinsam mit den Modellierergruppen hinsichtlich der aufgetretenen Unterschiede erforderlich. Dazu gehören auch Vergleiche der regionalen Ergebnisse hinsichtlich der Validierungs- und der Kontrollläufe mit Messreihen. Insbesondere die dynamische Modellierung sollte in Zukunft weiter entwickelt werden, weil nur damit neue Extrema, die die bisherigen Messungen überschreiten, sinnvoll simuliert werden können.




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