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Pressemitteilungen KLIWA

Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg


Stuttgart, den 4.März 2005

Klimawandel in Baden-Württemberg

Ergebnisse der Prognosen bis zum Jahr 2050 liegen vor

"Es klingt bei den derzeitigen winterlichen Temperaturen vielleicht paradox, aber auch in Baden-Württemberg wird es infolge des weltweiten Klimawandels zu einer Erwärmung kommen. Insbesondere werden die Temperaturen im Winter weiter steigen und es muss in dieser Jahreszeit mit mehr Niederschlägen gerechnet werden. Als Folge wird es häufiger zu Hochwasserereignissen kommen", fasste Umwelt- und Verkehrsminister Stefan Mappus am Freitag (4. März 2005) die wichtigsten Ergebnisse der neuesten Klimaberechnungen zusammen. Die Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LfU) untersuche gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst und dem Bayerischen Landesamt für Wasserwirtschaft im Rahmen des Projekts "Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft (KLIWA)" die Klimaentwicklung in Baden-Württemberg. Demnach werde die Lufttemperatur im Laufe der nächsten 50 Jahre im Winter um durchschnittlich rund 2°C, im Sommer um rund 1,4°C zunehmen. So werde beispielsweise die Quecksilbersäule am Feldberg nur noch an 50 statt wie bisher an 80 Tagen im Jahr ganztägig unter den Gefrierpunkt fallen. Zwar werde es im Schwarzwald im Winter bis zu einem Drittel mehr Niederschläge geben, aber diese würden wegen der Temperaturzunahme hauptsächlich als Regen fallen. "Der Klimawandel hat Folgen insbesondere für den Wintertourismus, weil die Schneegrenze nach oben wandern und die Anzahl der Tage mit Schnee weiter abnehmen wird", betonte Minister Mappus. Auch sei der letzte Spätfrost im Frühjahr künftig früher zu erwarten, in Karlsruhe etwa acht Tage. Dies würde die Frostschäden in der Landwirtschaft verringern.

In den nächsten Jahrzehnten muss man sich auch an heißere Sommer gewöhnen. Temperaturen wie im Jahr 2003 werden keine Ausnahme mehr sein. Die Zahl der Sommertage mit Temperaturen über 25°C wird nach den Prognosen beispielsweise in Karlsruhe von 60 auf 80 steigen, die Zahl der über 30°C heißen Tage wird sich auf 30 verdoppeln. Bei den Sommerniederschlägen soll sich nur wenig ändern, mit einer Zunahme der Trockenperioden wird daher nicht zu rechnen sein.

Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Gewässer aus. Die Untersuchungen haben ergeben, dass im Bereich des Neckars Hochwasser künftig häufiger auftreten werden als bisher. Bei der Planung wasserbaulicher Anlagen wie z. B. Hochwasserdämmen muss daher aus heutiger Sicht ein "Klimazuschlag" berücksichtigt werden. "Mit dem Projekt KLIWA haben Baden-Württemberg und Bayern eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung angepasster Strategien zum Klimawandel in Deutschland übernommen", erklärte Minister Mappus.

Die LfU sieht durch diese Ergebnisse die Aussagen des "Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderung" (IPCC) der Vereinten Nationen bestätigt. Dieser geht davon aus, dass sich durch den Treibhauseffekt, der durch Menschenhand verursacht ist, in den nächsten 100 Jahren beispielsweise die mittlere globale Temperatur um 1,4 bis 5,8°C erhöhen wird. Erhöhte Verdunstung und damit mehr Niederschlag sind die Folgen. Die Ergebnisse des IPCC beinhalten jedoch nur globale Aussagen über das zukünftige Klima und reichen für regionale Betrachtungen nicht aus. Ziel des Kooperationsvorhabens KLIWA ist es, für die nächsten Jahrzehnte Aussagen über die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt in Baden-Württemberg und Bayern zu treffen. Bei anstehenden Bauprojekten, insbesondere im Bereich des Hochwasserschutzes, bilden diese Ergebnisse wertvolle Grundlagen für die Planung.

Quelle: Ministerium für Umwelt und Verkehr



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