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Ergebnisse und Veröffentlichungen


Auswirkungen des Klimawandels

auf den Hochwasserschutz in Baden-Württemberg

Von Wolfgang Hennegriff und Jürgen Reich


Zusammenfassung

Kleinere und mittlere Hochwasserereignisse werden voraussichtlich infolge des Klimawandels landesweit zunehmen. Für den Hochwasserabfluss der Wiederkehrzeit 100 Jahre wird zu einem Zuschlag von 15 Prozent bzw. 25 Prozent zu den bisherigen Hochwasserkennwerten bei der Bemessung von neuen Hochwasserschutzanlagen geraten.

Die Vorgehensweise beim Lastfall Klimaänderung bei neuen Hochwasserschutzplanungen ist in Baden-Württemberg in den Leitfaden „Festlegung des Bemessungshochwassers für Anlagen des technischen Hochwasserschutzes“ mit einer Sammlung von Beispielen aufgenommen worden. Zusammen mit der Regionalisierung der Hochwasserkennwerte „Abflusskennwerte in Baden-Württemberg“, die flächendeckend für Baden-Württemberg vorliegt, ist damit die Berücksichtigung des Klimawandels bei den Auswirkungen auf die Hochwasserabflüsse auf eine landeseinheitliche Basis, die in der Praxis leicht zu handhaben ist, gestellt worden.

In Zeiten des Klimawandels ist dem Vorsorgeprinzip der Wasserwirtschaft verstärkt Beachtung zu schenken. Mit KLIWA werden Grundlagen für eine vorausschauende Daseinsorge entwickelt. Da auch neue Hochwasserschutzplanungen wirtschaftlich sein müssen, sind insbesondere flexible Lösungsansätze, die genauso Möglichkeiten zum Nachjustieren offen lassen, gefragt. Insgesamt ist in der Wasserwirtschaft zur Lösung der kommenden Aufgaben, die durch den Klimawandel ausgelöst werden, ein pragmatisches Vorgehen erforderlich. Die bisherigen Erkenntnisse haben nicht zuletzt auch unter Vorsorgegesichtspunkten bereits zu konkreten Konsequenzen geführt. Bei der Bemessung von neuen Hochwasserschutzplanungen können die erwarteten Folgen des Klimawandels bereits jetzt berücksichtigt werden.

Die bislang gewonnenen Erkenntnisse beinhalten noch Unsicherheiten. Mit den Fortschritten der weltweiten Klimaforschung und der Verbesserung der Modellierungsinstrumente werden sich die bisherigen Erkenntnisse zwangsläufig auch fortentwickeln müssen. Mit der Aufstellung von Wasserhaushaltsmodellen für die einzelnen Flussgebiete können weitere Untersuchungen verhältnismäßig einfach weitergeführt werden.

Die durch den Klimawandel verschärfte Hochwasserproblematik zeigt aber auch, dass eine Hochwasserschutz-Strategie nicht nur auf der Säule des technischen Hochwasserschutzes gegründet sein sollte, sondern dass die beiden anderen Elemente Hochwasser-Flächenmanagement und Hochwasservorsorge verstärkt verfolgt werden müssen, damit Land, Gemeinden und jede(r) betroffene Bürger(in) vor den zunehmenden Hochwassergefahren gut gerüstet sind.


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